Krieg, Filterbubbles und das Wissen nichts wissen zu wollen

Gestern war es wieder sehr schlimm in Syrien. Natürlich habe ich das mitbekommen und ein bisschen dazu gelesen. Ich habe mich allerdings gewundert, dass so wenig davon in meiner Filterbubble auftauchte und mich gefragt wieso das so ist. Interessiert, die Menschen die ich schätze und deren Meinung ich wahrnehme das etwa nicht? Ich erwähne das selbst ja auch so gut wie nie, wieso nicht?

Ich hab die aktuellsten Ereignisse nicht so ganz richtig einordnen können und mich entschlossen mir einen Gesamtüberblick über die letzten Jahre Syrienkrieg zu verschaffen. Dabei stellte ich dann folgendes fest:

  • Es gibt nicht zwei Seiten, die dort um irgendwas rangeln, es gibt viele. Alle davon erscheinen mir sehr extremistisch und keine davon ist mir auch nur annähernd sympathisch. Es ist mir absolut nicht möglich Gut und Böse auszumachen.
  • Zwischen den Zeilen hat alles irgendwie doch mit dem „richtigen Glauben“ zu tun. Witziger Weise teilen eigentlich alle Beteiligten grob einen Glauben, aber eben doch nur grob.
  • Mir ist nicht mal im Ansatz klar wie sich dieser völlig verfahrene Konflikt lösen lassen könnte und dabei habe ich eigentlich sehr oft Lösungsansätze für alle möglichen Dinge im Kopf (ob die nun in der Realität umsetzbar wären, steht an dieser Stelle überhaupt nicht zur Debatte).
  • Der letzte Punkt ist gelogen. Mir fällt genau EINE Lösung ein und zwar; alles vernichten. Absolut alles. Das gesamte Land dem Erdboden gleich machen. Und DAS ist noch viel schlimmer als gar keinen Lösungsansatz zu haben! Dass dieser Gedanke es überhaupt in meinen Kopf schaffte, macht mir Angst. Und natürlich ist das keine “Lösung”, sondern absoluter Quatsch. Mir ist völlig klar, dass der Kollateralschaden hierzu in keinem Verhältnis stünde.

Ich war schon vom Golfkrieg völlig überfordert und damals redete die ganze Welt fast ausschließlich davon. Trotzdem habe ich das alles nie ganz verstanden. Ich glaube ich wollte es einfach nicht verstehen. Ich möchte mich mit Kriegen nicht auseinandersetzen. Ich möchte mich auch mit Quantenphysik nicht auseinandersetzen. Ich weiß, dass ich letzteres ohne schlechtes Gewissen den Rest meines Lebens ignorieren kann. Ich würde auch Konflikte, Kriege und Politik ganz allgemein einfach ganz genau so ignorieren können. Manchmal wäre ich gerne dumm und ignorant.

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Spenden. Just my two Cents.

Gerade in der Adventszeit ist das Thema „Spenden“ ja allgegenwärtig. Das kann man jetzt finden wie man will, ich persönlich fände es gut, wenn Spenden ganzjährig für ALLE Thema wären, aber ich fände auch Weltfrieden voll töfte.
Ich möchte hier mal zwei Ansätze zum Thema Spenden näher beleuchten:

1. Ansatz: „spendet doch bitte, auch wenn es nur ganz wenig ist, 1 bis 5€ tun doch keinem weh“

Das stimmt an sich, aber wenn man jeden Monat für all die kleinen Projekte, die es ganz bestimmt verdient haben, jeweils 1 bis 5€ spendet, kommt dabei insgesamt so viel zusammen, dass man leider nichts mehr zu Essen kaufen kann. Also muss man sich schon überlegen, wem man wann wie viel spendet und kann eben NICHT jedem 1€ geben.

2. Ansatz: „die Reichen sollen mehr spenden, die könnten so viel Gutes tun“

Ich bin davon überzeugt, dass ein wirklich großer Teil der Menschen, die mehr Geld haben als sie verprassen können, dies auch für gemeinnützige Zwecke einsetzen. Sicherlich gibt es da Ausnahmen. Diese zu überzeugen halte ich für vergebene Liebesmüh.
Diejenigen, die ihr Geld tatsächlich spenden ODER von mir aus in Startups oder ähnlichem investieren (auch das ist in meinen Augen gemeinnützig, es schafft Arbeitsplätze, die sonst womöglich nicht entstehen könnten), sehen sich gleich mit mehreren Problemen konfrontiert:

a) Für was möchte ich spenden? Worin möchte ich investieren?

b) Wie krieg ich mein Geld von mir zu den Bedürftigen ohne dass unterwegs die Hälfte in Korruption und/oder Verwaltung versackt?

Glaubt mir ruhig, wenn ich euch versichere; das ist gar nicht so einfach. Man geht nicht einfach los und verteilt random Geldscheine, so wie man evtl. mal jemandem ein paar Euro in bar zusteckt. Das funktioniert so einfach nicht und es ist auch alles andere als zielführend.

Als wirklich Reicher ist man in Bezug auf Gemeinnützigkeit in einer viel höheren Verantwortung als Otto Normal Spender, der einfach mal 50€ irgendwohin überweist und gut is.
Das Geld des Reichen soll nicht irgendwo versickern sondern maximalen Nutzen bringen. In vielen Fällen schaut die ganze Welt dabei zu und weiß wie man es besser machen müsste. Viele entscheiden sich dann irgendwann ihre eigenen Stiftungen zu gründen um den Geldfluss kontrollieren zu können, was vor allem bei Spenden in Gebiete wichtig ist, bei denen viel Korruption herrscht. Man muss sich PROJEKTE und ZIELE überlegen und die Umsetzung organisieren (lassen). Hierdurch entstehen zusätzlich Arbeitsplätze. Win win.

Ich finde es im Übrigen ziemlich schwierig zu entscheiden was sich jemand dabei für sich selbst noch leisten darf. Sieben Autos, zwei Segelboote, fünf Häuser? Klingt auf den ersten Blick ganz schön dekadent, aber auch hieran hängen offensichtlich zig Arbeitsplätze bei Herstellung, Verwaltung, Wartung. Ich persönlich gönne mir auch mehr als ich zum Leben benötige und tun wir das nicht fast alle? Oder würden wir zumindest wenn wir es könnten?

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Menschen sind KEINE Ameisen. Purer Sozialismus ist wider die Natur des Menschen. Hätten die meisten Menschen nicht das „Höher, schneller, weiter“-Gen, säßen wir noch in Höhlen und knabberten Beeren. Egoismus, Kapitalismus und Fortschritt sind leider untrennbar miteinander verbunden.

Statt also immer das anzuprangern was in unseren Augen unterlassen wird, könnten wir mal anfangen das mehr wertzuschätzen was getan wird. Das wäre schon ein toller Schritt in die richtige Richtung. Auch und vor allem in Bezug auf Menschen, die sich sozial verhalten und teilen. EGAL in welcher Größenordnung. Für mehr: „Wow, er spendet echt die Hälfte seines Vermögens!“ anstelle von: „Hmmm, der spendet nur die Hälfte seines Vermögens, könnte ja mehr sein.“

Hoppla, ein Stöckchen

Durch Zufall fand ich auf dem Blog von NurderTim ein Stöckchen und da ich die Fragen spannend fand und schon länger nicht gebloggt habe UND zur Zeit sogar Zeit dafür habe, dachte ich mir … jau …

  1. Ninjas oder Piraten
    Immer Piraten! Aber machen wir uns nichts vor, es ist natürlich nur die romantisierte Darstellung die sich heutzutage überall findet, die mich anspricht, das reale Piratenleben war und ist sicherlich meilenweit davon entfernt. Die Fantasy Piraten in Film, Literatur, Spiel etc. sprechen mich vor allem der Optik und des Humors wegen an. Und natürlich auch wegen ihrer Liebe zu Freiheit, Unangepasstheit und Meer.
  2. Welches Buch kannst du immer wieder lesen?
    Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich liebe die Abwechslung und lese in den seltensten Fällen ein Buch mehr als ein mal. Schließlich gibt es ja noch so viele ungelesene Bücher da draußen … Als Kind habe ich EXTREM viel gelesen aber jedes Mal wenn ich krank war und tagelang im Bett liegen musste, las ich Penny Wirbelwind. Das ist also auf mein Leben betrachtet das von mir am häufigsten gelesene Buch. Müsste ich mich aktuell spontan entscheiden ein Buch zu lesen, das ich bereits kenne, wäre es wohl „Per Anhalter durch die Galaxis“ und gleich die Fortsetzungen hinterher.
  3. Welchen nerdigen Gegenstand hast du dir zuletzt gekauft?
    Definiere „nerdig“ … puh, das ist echt schwer. Angesichts meines fast schon biblischen Alters sind wohl meine Qwertee Shirts ganz schön nerdig. Meine Freundinnen finden es nerdig, dass ich eine Powerbank und eine Apple Watch habe. Ich denke ich werde diese Frage im Futur Perfekt beantworten müssen. Der nerdigste Gegenstand den ich mir zuletzt gekauft haben werde, wird das Pokemon Go Plus gewesen sein.
  4. Wann wirst du zum Fangirl?
    Ich fangirle ziemlich schnell, aber in einer sehr moderaten Form. Keine Poster, Autogrammsammlungen oder so ein Quatsch. Mein Fangirltum äußert sich üblicherweise in begeisterten, geradezu überschwänglichen Berichten. Es richtet sich auf Personen wie z.B. Musiker, Schriftsteller, Schauspieler, Spieleautoren und sogar YouTuber , manchmal Menschen wie du und ich, die etwas Tolles geleistet haben und auf Dinge, Spiele, Songs, Filme, Serien etc. die ich super finde.
  5. Was isst/knabberst du am liebsten, wenn du einen Film/eine Serie siehst?
    Im Kino auf jeden Fall süßes Popcorn. Zu Hause eher nicht. Das „Zuhause“-Popcorn kann imho nicht mit dem Kinopopcorn mithalten. Zu Hause am liebsten Chips. Gerne scharf oder mit Essig.
  6. Wer ist dein/e Lieblingsautor/in?
    Bei „Lieblings“ Fragen komme ich immer ins Stottern. Ich kann mich niemals auf nur eine Sache festlegen. Daher nehm ich mir hier auch die Freiheit und nenne meine Lieblingsautoren, die ich auch schon seit geraumer Zeit so bezeichne: Terry Pratchett, Douglas Adams, Kai Meyer, Walter Moers
  7. Wärst du lieber Pacman oder eines der Geister?
    Definitiv ein Geist. Optisch finde ich die viel hübscher und ich hasse es gejagt zu werden. Ich habe Pacman aus diesem Grunde auch nicht sehr häufig gespielt.
  8. Welches ist dein Lieblingsbrettspiel?
    Schon wieder so eine „Lieblings“ Frage. Gnah. Ich spiele durchschnittlich 3 neue Spiele pro Woche und habe inzwischen weit über 1000 verschiedene Brettspiele gespielt. Ich mag die Abwechslung. Am liebsten sind mir Worker-Placement Spiele die auch gerne etwas länger dauern dürfen. Danach kommen dann gleich Gruppenspiele aller Art, gerne was, bei dem man auch viel Lachen kann. Wenn ich jetzt EIN Spiel nennen MUSS, wäre das wohl am ehesten Carcassonne, weil es das schon ewig gibt, die langfristige Wiederspielbarkeit also absolut unter Beweis gestellt werden konnte, inzwischen zig Varianten und Erweiterungen hat und ich niemals ablehnen würde eine Partie zu spielen.
  9. Spielst du lieber kooperative oder Spieler gegen Spieler-Spiele?
    Immer lieber kompetitive Spiele. Kooperatives Spielen funktioniert imho nur in bestimmten Gruppen. Ich hasse es ewig zu diskutieren und seine Meinung vertreten zu müssen, warum man lieber einen anderen Zug machen wollen würde. In nicht kooperativen Spielen trifft man alle Entscheidungen völlig eigenständig und gewinnt oder verkackt eben und lebt damit. In kooperativen Spielen kommt dann aber oft der „siehste, wir hätten das an der und der Stelle doch anders machen sollen“-Text.
  10. Glaubst du, dass Oskarmaus Superman zusammenschlagen kann? Selbstverständlich. Beide haben ebenbürtige Superkräfte, aber da Mighty Mouse so viel kleiner und wendiger ist, hat er eben deutliche Vorteile!
  11. Drei Fragezeichen oder Fünf Freunde? Keine Frage; Drei Fragezeichen! Obgleich ich als Kind ALLES von Enid Blyton las und ganz wenig Kontakt zu den drei Fragezeichen Büchern/Hörspielen hatte, hat sich das später deutlich gewandelt. Die Drei Fragezeichen sind eben Kult. Ich liebe die Fälle, die Sprecher sind die Creme de la Creme der deutschen Sprecherszene und überhaupt. UND ÜBERHAUPT!

Ich freu mich über eure Kommentare oder wenn ihr Tims Stöckchen ebenfalls aufgreift. Wer lieber eines von mir direkt haben möchte, hier ist es:

  1. Könntest du völlig frei von körperlichen Voraussetzung eine Frisur inkl. Farbe wählen – wie sähe die aus?
  2. Tattoos, Piercings, Branding? Was magst du? Bei dir, bei anderen, gar nicht?
  3. Auswandern. Wohin?
  4. Du darfst dir EIN Fahrzeug wünschen (das existiert), welches wäre es?
  5. Du darfst ein Fahrzeug entwerfen, das es so noch nicht gibt, wie wäre es?
  6. Nudeln, Reis oder Kartoffeln?
  7. Du MUSST eine Fremdsprache lernen, egal welche, welche würdest du wählen und warum?
  8. Wie alt möchtest du werden?
  9. Kannst du dir irgendeine Technologie vorstellen, die es mal geben wird und von der du als sehr alter Mensch überfordert sein wirst?
  10. Du hast einen Monat lang KEIN Internet, nirgends. Womit beschäftigst Du Dich?

Deutschlands Grauzonen

Unglaublich aber wahr; im Sozialstaat Deutschland kann man in eine Situation gelangen, in der keine Seite sich zuständig fühlt monatlich Geld zu zahlen. Dagegen kann man angehen, meist durch eine Klage. Bis eine Entscheidung gefällt wird kann durchaus ein Jahr vergehen. In dieser Zeit bekommt man KEIN Geld von irgendwem.*

Laufende Kosten, Miete, Strom, Telefon aber auch Medikament etc. können irgendwann nicht mehr bezahlt werden.
Mir ist so ein Fall persönlich bekannt und das Wasser steht inzwischen bis zum Hals.

Ich kann und werde nicht sagen um wen es sich dabei handelt.

Ich bitte hiermit um zwei Hilfen:

  • Wer sich mit dem Sozialgefüge in Deutschland auskennt und mir sagen kann ob evtl irgendetwas übersehen wurde, (ich dachte an so eine Institution wie z.B. eine Unterhaltsvorschusskasse, die zahlt während die Parteien die eigentlich zahlen müßten sich noch streiten) möge sich bitte unbedingt bei mir melden. Mention an @Sintaura und alles andere via DM.
  • Finanzspritze! (Strom ist längst abgestellt, Miete massiv im Rückstand, es droht die Obdachlosigkeit, Krankenkassenzugehörigkeit ist ausgesetzt)
    Ich werde das NICHT via paypal etc. machen, wegen der Gebühren – meine Kontodaten gibt es dann ebenfalls per DM.

Bitte spendet nur wenn ihr mir vertraut. Oder wenn ihr jemandem vertraut, der mir vertraut.
Dieser Schritt ist mir wirklich nicht leicht gefallen und angesichts dessen wie viel Schindluder wohl inzwischen mit solchen Aufrufen getrieben wird, werden sich vermutlich entsprechend einige die Mäuler zerreissen.

Falls ihr Fragen habt, fragt mich ruhig. Ich werde versuchen so viel wie ich kann zu beantworten.

1000 Dank schon mal an alle die helfen wollen. ❤

 

*Weil natürlich viele helfen wollen und nachhaken: Es gab eine Arbeitsunfähigkeit, die ja regelmäßig durch einen Amtsarzt überprüft wird. Dieser attestierte dann letztes Jahr plötzlich die Arbeitsfähigkeit. Das dann aufgesuchte Arbeitsamt beauftragte einen eigenen Amtsarzt, der bescheinigte dass keine Arbeitsfähigkeit vorliege. Seit dem (September 2014) streiten sich die beiden Parteien wessen Amtsarzt Recht hat und wer also in der Leistungspflicht ist. Es gab schon ein einmaliges Darlehen in Höhe eines Monatsbetrages. Davon konnten immerhin zwei Monate Miete beglichen werden. Weitere finanzielle Unterstützung scheint es nicht zu geben, lediglich Lebensmittelgutscheine und eine Berechtigung für die Tafel. Der Anwalt der sich mit dem Fall beschäftigt ist von der Caritas.

Die 80er haben angerufen und möchten ihren Spieleabend zurück

Wir hatten ja damals nichts. Noch nicht mal Smartphones. Kein Internet. Und PC-Spiele fingen erst zu der Zeit an als ich ein Teenager war. Es gab 3 Fernsehprogramme. Ein bisschen später dann sogar 5-6.

In meiner Kindheit musste man sich also offline beschäftigen. Und das sage ich völlig wertfrei. Ich hasse diese dauernd wiedergekäute Behauptung früher waren Kinder glücklicher, weil sie noch auf Bäume geklettert sind …

Ich erwähne das Offlinertum nur, um darzulegen wo (vermutlich) mein u.U. etwas extremer Faible für Brett-/Karten- etc. Spiele herkommt. Ich bin halt damit aufgewachsen und sowas ist wohl mitunter prägend.

Die ersten Spiele an die ich mich erinnern kann waren natürlich sowas wie Mensch ärgere dich nicht, das Gänsespiel, ein Leiternspiel usw. Würfeln, setzen, würfeln setzen etc. Oder eben Maumau. (Aber das heißt ja heute auch Uno)

Da ich wahnsinnig gerne spielte, wünschte ich mir natürlich dauernd Spiele zu Weihnachten und Geburtstagen. Damals waren das Nonplusultra die Spiele von MB oder Parker, die vor allem in der Vorweihnachtszeit reichlich Werbung zur Prime Time machten. Eines meiner ersten Spiele muss wohl Hinterhalt gewesen sein. Das hat mich so geprägt, dass ich es vor einigen Jahren gebraucht für meine Kinder kaufte. (Wir haben es immer noch.)

Slotter hatte ich selbst zwar nicht, dafür aber zwei meiner Freundinnen. Auch das habe ich sehr geliebt und wollte es immer spielen wenn ich mal die Gelegenheit dazu bekam. Avalanche hatte ich selbst und gefühlt täglich gespielt. Das geht ja im Notfall auch ganz gut alleine. Meine Eltern mochten übrigens diese ganzen “neumodischen” Spiele mit viel Plastik und Action überhaupt nicht. Wir Kinder haben sie geliebt. Zum Kauf von Murmelmikado konnte ich sie nie überreden, beim Spiel des Lebens habe ich so lange gequengelt bis ich es dann schlussendlich wirklich bekam.

Das erste “vernünftige” Spiel war Hase und Igel, das auch zufällig das erste Spiel des Jahres überhaupt war. (1979) Das finde ich auch heute noch so genial, dass ich es erst neulich wieder in einer Erwachsenenrunde spielte. Zu der Zeit damals spielte ich auch viel Dame, Mühle, Malefiz, Halma usw. also schon ein paar anspruchsvollere Sachen. Schach lernte ich früh, mochte ich aber nie so gern.

Meine Eltern spielten DAUERND Doppelkopf. Das sah recht interessant aus und ich guckte oft zu. Ich war schon immer Autodidakt und hatte eine recht hohe Auffassungsgabe also überraschte ich meine Eltern im zarten Alter von 9 mit Kenntnis des Spiels. Ab und zu durfte ich dann auch tatsächlich mal mitspielen. Dann wurden mir auch noch weitere Kartenspiele gezeigt; Rommee, Canasta, Solitär. Skat lernte ich erst viel später, aber wenn man schon Doppelkopf kann fällt das nicht all zu schwer.

Das erste “elektronische” Spiel das ich besaß war Logo-Lectric. Ein Quiz Spiel bei dem Fragen und richtige Antworten zugeordnet werden mussten. Man hielt dann so kleine Metallstäbe an die Kästchen und wenn man richtig geraten hatte leuchtete ein Lämpchen. Ich konnte es komplett auswendig. Ich behaupte immer noch dass ich einen Großteil meines Allgemeingrundwissens aus diesem Spiel habe. Auch dieses Spiel kaufte ich vor einigen Jahren für meine Kids. Die waren aber eher so gar nicht begeistert. Nun ja, gegen Smartphones und PCs stinkt das Spiel auch ziemlich ab.

Außerdem erinnere ich mich noch sehr lebhaft an das Spiel Zeitfalle mit einer mörderisch laut tickenden Zeitschaltuhr und einem noch viel lauteren Geräusch wenn die nicht wegsortierten Stifte nach Ablauf der Zeit durch die Löcher auf den Tisch fielen. Nach einigem Training habe ich es dann aber fast immer geschafft rechtzeitig fertig zu werden, weil ich mich beim lauten Runterfallen der Stifte nicht erschrecken wollte. (Mein Kurzzeitgedächtnis ist auch heute noch außergewöhnlich gut)

Und dann war da natürlich noch Senso das international auch als “Simon says” bekannt ist. Auch dies war ein Gedächtnistraining Spiel und ich habe es VIEL gespielt.

Die drei letzten Spiele haben gemeinsam, dass man sie hervorragend alleine spielen konnte und da ich keine Geschwister hatte war das ideal für mich. Wenn ich nicht mit Freunden zusammen war las, bastelte oder spielte ich Solo-Spiele. Gelangweilt habe ich mich glaube ich nie.

Weitere Spiele die ich regelmäßig mit meinen Freunden spielte und an die ich mich sehr gut erinnere waren _natürlich_ Monopoly (ich hab es allerdings nie wirklich gerne gespielt), Kniffel, Rakko (die Ausgabe von 1965) und Lingua (ein Scrabble-Klon).

1984/85 bekam ich dann meine ersten Computer, einen ZX81 und einen C64 und da waren Brettspiele erst mal eine zeitlang auf Eis gelegt.

Wie es mit meinem Spielefaible danach weiter ging, folgt im nächsten Blogpost.

Nainablabla

Himmelherrschaftszeiten, WAS für ein Aufriss.

Vorab: ich hab lediglich eine halbe Std lang Meinungen zu @nainablabla im Netz gelesen, ich hätte vermutlich aber Lesestoff für 30 Std gehabt.

Hier ein paar meiner persönlichen, spontanen Gedanken dazu:

@nainablabla s Tweet ist prinzipiell gut, witzig und regt zum Nachdenken an. Man sollte ihn nicht zwingend wörtlich nehmen und schon gar nicht auf die Goldwaage legen. In Gedichtsinterpretationen wird ja auch nicht alles wortwörtlich genommen und wie wir wissen, haben wir ALLE Gedichtsinterpretationen in der Schule gelernt.

Ich interpretiere diesen Tweet so: schade dass wir in der Schule gefühlt mehr Unnützes lernen als Dinge die man später im Leben wirklich braucht.

Nun wird an allerlei Stellen im Netz u.a. wie folgt argumentiert: die Schüler haben es heutzutage so einfach … google erklärt alles … wenn man Gedichte interpretieren kann ist man schlau genug für Alltagsfragen … Alltagsfragen gehören nicht in die Schule … dafür sind die Eltern zuständig … das war überhaupt schon immer so … undsoweiter … undsofort …

Ich war tatsächlich schon immer schlau genug mir die Antworten auf Alltagsfragen aller Art zu erarbeiten, sogar schon bevor es das Internet gab. Schön für mich. Irgendwie vermute ich, dass es @nainablabla womöglich ähnlich geht, denn sie erscheint mir gar nicht blöd. Fakt ist aber dass es genug Menschen gibt, die durchaus etwas Nachhilfe in Alltagsfragen vertragen und in der Schule scheint mir sowas jetzt nicht gänzlich unangebracht?! Zu meiner Zeit gab es so etwas wie “Wirtschaft und Politik” noch nicht, jetzt schon. Meine Mutter gar lernte nur “rechnen, schreiben, handarbeiten und hauswirtschaften” in der Schule. Es ist also üblich dass sich Unterricht verändert, wenn der Bedarf besteht.

Ich verstehe den Tweet und finde den Ansatz mal darüber nachzudenken was heutzutage in Schulen vermittelt wird und was nicht absolut wünschenwert.

Die Tatsache dass so unfassbar viele sich jetzt dermassen das Maul zerreissen und versuchen ein 17-jähriges Mädchen fertig zu machen hab ich persönlich hübsch eingewickelt und in eine meiner Schubladen gelegt.
Sie trägt die Aufschrift: “vom Neid zerfressen, wa?”

“Gutbürgerlich”

Ich esse ja gerne variantenreich und mag vermutlich fast sämtliche Küchen dieser Welt. Spannende Kombinationen, unbekannte Gewürze und Zutaten. Je ausgefallener, umso besser. Und genau so koche ich auch oft. Meine Kinder haben sich mitunter schon beschwert “Mama, kannst du nicht mal normal kochen?”. Ich schaue dann mit großen Augen und frage mich was die unter “normal” verstehen. Ich vermute mal irgendwas, das man unter “gutbürgerlich” einordnen würde. Deftige, deutsche Küche. So wie halt meine Eltern noch fast ausschließlich gekocht haben. Kartoffeln, Spinat und Spiegelei. Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen. Eintopf. Hühnersuppe. Aber JA, sowas koche ich natürlich auch und ich mag es sehr. Halt nur nicht ausschließlich.

Wenn wir essen gehen gibt es allerdings immer “ausländisch”. Die Kids mögen amerikanisch (Burger), italienisch (Nudeln und Pizza) und Japanisch (Sushi). Uns würde nicht im Traum einfallen zu sagen: “heute gehen wir mal gutbürgerlich essen”. Aber wieso ist das eigentlich so? Zum einen liegt es bestimmt am mangelnden Angebot. Mir fallen ad hoc Restaurants jeglicher Couleur in allen Stadtgebieten Hamburgs ein, keines davon würde ich als “gutbürgerlich” bezeichnen. Ein paar arschteure Etablissements gibt es natürlich, die die deutsche Küche mit der nouvelle Cuisine verquirlen und deren Preise kaum für ein Familienessen des Mittelstands in Frage kommen. Ach ja und auf dem Land gibt es sowas natürlich auch noch. Günstige Gasthöfe, rustikal eingerichtet. Das Publikum kann vermutlich überwiegend mit eigenen Erfahrungsberichten aus dem Krieg aufwarten. Sorry, aber da fühl ich mich nicht wohl. Und ich möchte mich wohlfühlen wenn ich zum Essen ausgehe.

Was fehlt? Restaurants, die NICHT altbacken und abgeschmackt wirken aber TROTZDEM leckeres, bezahlbares, deftiges -nennen wir es von mir aus weiterhin “gutbürgerliches”- Essen anbieten. In Hamburg hab ich sowas noch nicht gefunden. Falls jemand sowas kennt bin ich absolut gewillt es auszuprobieren. Was ich aber definitiv bald ausprobieren werde und worauf ich mich sehr freue ist Muttis Futterstube in Berlin. Da sind wir nämlich ab und zu. Also in Berlin. (Allerdings viel zu selten.)

Die Futterstube wird 2015 eröffnen und ich kann es kaum erwarten. Ich kenne die großartige Person, die sich das Konzept ausgedacht hat und bewundere ihre Chuzpe (ja, googelt das ruhig). Ich hab mich nämlich nie getraut meinen beruflichen Traum zu verwirklichen und mich selbstständig zu machen und ziehe meinen Hut vor jedem der das wagt. Vor allem, wenn es um irgendwas mit Lebensmitteln geht. Sowas ist in Deutschland ja gar nicht so einfach bei den ganzen Vorschriften die man so einhalten muss. Seit über einem Jahr plant “Mutti” ihre Futterstube und ich habe regelmäßig mitbekommen wie viele Steine einem da so in den Weg geworfen werden. Trotzdem am Ball zu bleiben, sich nicht unterkriegen zu lassen, mit den ganzen Randerscheinungen einer Selbstständigkeit klarzukommen erfordert Leidenschaft, Durchhaltevermögen, Mut und Rückhalt. Offensichtlich hat sie das alles und die Eröffnung steht quasi vor der Tür. Es gilt allerdings noch eine weitere Hürde zu nehmen; die Finanzierung, die es u.a. ermöglicht die Räumlichkeiten anzumieten und auch einzurichten.

Ist es da nicht wunderbar, dass man heutzutage abgesehen vom Gang zur Bank noch andere Möglichkeiten hat? Crowdfunding ist eine der schönsten Errungenschaften des Internets. Eine Menge von Leuten (Crowd) unterstützt finanziell (to fund) die Verwirklichung einer Idee. Ich habe schon einige Crowdfunding Projekte unterstützt und finde das Konzept absolut großartig. Es gibt da ja verschiedene Vorgehensweisen; das Projekt kommt NICHT zustande wenn nicht genügend Unterstützer gefunden werden oder das Projekt kommt AUF JEDEN FALL zustande, muss aber halt weniger über einschlägige Kreditinstitute finanzieren. Da “Mutti” auf jeden Fall eröffnen will und wird hat sie natürlich Letzteres gewählt und das könnt ihr, wenn ihr möchtet hier unterstützen. Dabei ist völlig egal ob ihr 5€ oder mehr spendet – Kleinvieh macht eben auch immer Mist.

Ich weiß dass “Mutti” für jede noch so kleine Spende dankbar ist und ich weiß auch dass sie es verdient. Sie hat nämlich ein großes Herz, ist absolut integer und läßt sich nicht unterkriegen. Ich mag solche Menschen und es gibt viel zu wenige davon.

Falls ihr selbst nicht spenden wollt oder könnt, verbreitet doch bitte wenigstens diesen Text. Oder einfach den Link zum Projekt. Vielleicht kennt ihr ja jemanden, der jemanden kennt, der …

1000 Dank!