Die 80er haben angerufen und möchten ihren Spieleabend zurück

Wir hatten ja damals nichts. Noch nicht mal Smartphones. Kein Internet. Und PC-Spiele fingen erst zu der Zeit an als ich ein Teenager war. Es gab 3 Fernsehprogramme. Ein bisschen später dann sogar 5-6.

In meiner Kindheit musste man sich also offline beschäftigen. Und das sage ich völlig wertfrei. Ich hasse diese dauernd wiedergekäute Behauptung früher waren Kinder glücklicher, weil sie noch auf Bäume geklettert sind …

Ich erwähne das Offlinertum nur, um darzulegen wo (vermutlich) mein u.U. etwas extremer Faible für Brett-/Karten- etc. Spiele herkommt. Ich bin halt damit aufgewachsen und sowas ist wohl mitunter prägend.

Die ersten Spiele an die ich mich erinnern kann waren natürlich sowas wie Mensch ärgere dich nicht, das Gänsespiel, ein Leiternspiel usw. Würfeln, setzen, würfeln setzen etc. Oder eben Maumau. (Aber das heißt ja heute auch Uno)

Da ich wahnsinnig gerne spielte, wünschte ich mir natürlich dauernd Spiele zu Weihnachten und Geburtstagen. Damals waren das Nonplusultra die Spiele von MB oder Parker, die vor allem in der Vorweihnachtszeit reichlich Werbung zur Prime Time machten. Eines meiner ersten Spiele muss wohl Hinterhalt gewesen sein. Das hat mich so geprägt, dass ich es vor einigen Jahren gebraucht für meine Kinder kaufte. (Wir haben es immer noch.)

Slotter hatte ich selbst zwar nicht, dafür aber zwei meiner Freundinnen. Auch das habe ich sehr geliebt und wollte es immer spielen wenn ich mal die Gelegenheit dazu bekam. Avalanche hatte ich selbst und gefühlt täglich gespielt. Das geht ja im Notfall auch ganz gut alleine. Meine Eltern mochten übrigens diese ganzen “neumodischen” Spiele mit viel Plastik und Action überhaupt nicht. Wir Kinder haben sie geliebt. Zum Kauf von Murmelmikado konnte ich sie nie überreden, beim Spiel des Lebens habe ich so lange gequengelt bis ich es dann schlussendlich wirklich bekam.

Das erste “vernünftige” Spiel war Hase und Igel, das auch zufällig das erste Spiel des Jahres überhaupt war. (1979) Das finde ich auch heute noch so genial, dass ich es erst neulich wieder in einer Erwachsenenrunde spielte. Zu der Zeit damals spielte ich auch viel Dame, Mühle, Malefiz, Halma usw. also schon ein paar anspruchsvollere Sachen. Schach lernte ich früh, mochte ich aber nie so gern.

Meine Eltern spielten DAUERND Doppelkopf. Das sah recht interessant aus und ich guckte oft zu. Ich war schon immer Autodidakt und hatte eine recht hohe Auffassungsgabe also überraschte ich meine Eltern im zarten Alter von 9 mit Kenntnis des Spiels. Ab und zu durfte ich dann auch tatsächlich mal mitspielen. Dann wurden mir auch noch weitere Kartenspiele gezeigt; Rommee, Canasta, Solitär. Skat lernte ich erst viel später, aber wenn man schon Doppelkopf kann fällt das nicht all zu schwer.

Das erste “elektronische” Spiel das ich besaß war Logo-Lectric. Ein Quiz Spiel bei dem Fragen und richtige Antworten zugeordnet werden mussten. Man hielt dann so kleine Metallstäbe an die Kästchen und wenn man richtig geraten hatte leuchtete ein Lämpchen. Ich konnte es komplett auswendig. Ich behaupte immer noch dass ich einen Großteil meines Allgemeingrundwissens aus diesem Spiel habe. Auch dieses Spiel kaufte ich vor einigen Jahren für meine Kids. Die waren aber eher so gar nicht begeistert. Nun ja, gegen Smartphones und PCs stinkt das Spiel auch ziemlich ab.

Außerdem erinnere ich mich noch sehr lebhaft an das Spiel Zeitfalle mit einer mörderisch laut tickenden Zeitschaltuhr und einem noch viel lauteren Geräusch wenn die nicht wegsortierten Stifte nach Ablauf der Zeit durch die Löcher auf den Tisch fielen. Nach einigem Training habe ich es dann aber fast immer geschafft rechtzeitig fertig zu werden, weil ich mich beim lauten Runterfallen der Stifte nicht erschrecken wollte. (Mein Kurzzeitgedächtnis ist auch heute noch außergewöhnlich gut)

Und dann war da natürlich noch Senso das international auch als “Simon says” bekannt ist. Auch dies war ein Gedächtnistraining Spiel und ich habe es VIEL gespielt.

Die drei letzten Spiele haben gemeinsam, dass man sie hervorragend alleine spielen konnte und da ich keine Geschwister hatte war das ideal für mich. Wenn ich nicht mit Freunden zusammen war las, bastelte oder spielte ich Solo-Spiele. Gelangweilt habe ich mich glaube ich nie.

Weitere Spiele die ich regelmäßig mit meinen Freunden spielte und an die ich mich sehr gut erinnere waren _natürlich_ Monopoly (ich hab es allerdings nie wirklich gerne gespielt), Kniffel, Rakko (die Ausgabe von 1965) und Lingua (ein Scrabble-Klon).

1984/85 bekam ich dann meine ersten Computer, einen ZX81 und einen C64 und da waren Brettspiele erst mal eine zeitlang auf Eis gelegt.

Wie es mit meinem Spielefaible danach weiter ging, folgt im nächsten Blogpost.

One thought on “Die 80er haben angerufen und möchten ihren Spieleabend zurück

  1. Da werden Erinnerungen wach 🙂
    Hinterhalt habe ich mir damals auch gewünscht, nachdem ich das als Kind im Krankenhaus kennengelernt und sehr gerne gespielt habe. Am meisten kann ich mich noch an Spieleabende in Sommerurlauben mit meinen Eltern erinnern. Da wurden vorallem Rommé – damals auch die Variante Mini-Rommé – Kniffel und Skat gezockt.
    Heutzutage spiele ich eher komplexere Spiele wie z.B. Arkham Horror und Munchkin, aber auch Spiele mit einfachereren Regeln wie Trivial Pursuit oder Stadt, Land, Fluß. Letzteres aber mit modizifizierten Kategorien 😀

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