Spenden. Just my two Cents.

Gerade in der Adventszeit ist das Thema „Spenden“ ja allgegenwärtig. Das kann man jetzt finden wie man will, ich persönlich fände es gut, wenn Spenden ganzjährig für ALLE Thema wären, aber ich fände auch Weltfrieden voll töfte.
Ich möchte hier mal zwei Ansätze zum Thema Spenden näher beleuchten:

1. Ansatz: „spendet doch bitte, auch wenn es nur ganz wenig ist, 1 bis 5€ tun doch keinem weh“

Das stimmt an sich, aber wenn man jeden Monat für all die kleinen Projekte, die es ganz bestimmt verdient haben, jeweils 1 bis 5€ spendet, kommt dabei insgesamt so viel zusammen, dass man leider nichts mehr zu Essen kaufen kann. Also muss man sich schon überlegen, wem man wann wie viel spendet und kann eben NICHT jedem 1€ geben.

2. Ansatz: „die Reichen sollen mehr spenden, die könnten so viel Gutes tun“

Ich bin davon überzeugt, dass ein wirklich großer Teil der Menschen, die mehr Geld haben als sie verprassen können, dies auch für gemeinnützige Zwecke einsetzen. Sicherlich gibt es da Ausnahmen. Diese zu überzeugen halte ich für vergebene Liebesmüh.
Diejenigen, die ihr Geld tatsächlich spenden ODER von mir aus in Startups oder ähnlichem investieren (auch das ist in meinen Augen gemeinnützig, es schafft Arbeitsplätze, die sonst womöglich nicht entstehen könnten), sehen sich gleich mit mehreren Problemen konfrontiert:

a) Für was möchte ich spenden? Worin möchte ich investieren?

b) Wie krieg ich mein Geld von mir zu den Bedürftigen ohne dass unterwegs die Hälfte in Korruption und/oder Verwaltung versackt?

Glaubt mir ruhig, wenn ich euch versichere; das ist gar nicht so einfach. Man geht nicht einfach los und verteilt random Geldscheine, so wie man evtl. mal jemandem ein paar Euro in bar zusteckt. Das funktioniert so einfach nicht und es ist auch alles andere als zielführend.

Als wirklich Reicher ist man in Bezug auf Gemeinnützigkeit in einer viel höheren Verantwortung als Otto Normal Spender, der einfach mal 50€ irgendwohin überweist und gut is.
Das Geld des Reichen soll nicht irgendwo versickern sondern maximalen Nutzen bringen. In vielen Fällen schaut die ganze Welt dabei zu und weiß wie man es besser machen müsste. Viele entscheiden sich dann irgendwann ihre eigenen Stiftungen zu gründen um den Geldfluss kontrollieren zu können, was vor allem bei Spenden in Gebiete wichtig ist, bei denen viel Korruption herrscht. Man muss sich PROJEKTE und ZIELE überlegen und die Umsetzung organisieren (lassen). Hierdurch entstehen zusätzlich Arbeitsplätze. Win win.

Ich finde es im Übrigen ziemlich schwierig zu entscheiden was sich jemand dabei für sich selbst noch leisten darf. Sieben Autos, zwei Segelboote, fünf Häuser? Klingt auf den ersten Blick ganz schön dekadent, aber auch hieran hängen offensichtlich zig Arbeitsplätze bei Herstellung, Verwaltung, Wartung. Ich persönlich gönne mir auch mehr als ich zum Leben benötige und tun wir das nicht fast alle? Oder würden wir zumindest wenn wir es könnten?

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Menschen sind KEINE Ameisen. Purer Sozialismus ist wider die Natur des Menschen. Hätten die meisten Menschen nicht das „Höher, schneller, weiter“-Gen, säßen wir noch in Höhlen und knabberten Beeren. Egoismus, Kapitalismus und Fortschritt sind leider untrennbar miteinander verbunden.

Statt also immer das anzuprangern was in unseren Augen unterlassen wird, könnten wir mal anfangen das mehr wertzuschätzen was getan wird. Das wäre schon ein toller Schritt in die richtige Richtung. Auch und vor allem in Bezug auf Menschen, die sich sozial verhalten und teilen. EGAL in welcher Größenordnung. Für mehr: „Wow, er spendet echt die Hälfte seines Vermögens!“ anstelle von: „Hmmm, der spendet nur die Hälfte seines Vermögens, könnte ja mehr sein.“

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