Randnotiz

Stimmen werden laut. Natürlich. Alles andere hätte mich auch gewundert. Es werden immer Stimmen laut und das ist auch gut so. Sie hinterfragen die „Regenbogenaktion“, geben zu bedenken, dass es ungerecht sei, einer Person so eine Aktion zu widmen wo sie doch so viele andere auch verdient hätten, geben zu bedenken, dass man diejenige doch gar nicht kenne, dass man gar nicht weiß ob sie es sieht und/oder zu schätzen wisse. Und damit haben sie ja gar nicht so unrecht. Ich hätte Verständnis für grobe Anfeindungen wenn es darum ginge sein Erstgeborenes zu opfern. Aber es geht hier um eine kleine Geste. Ein Regenbogen. Und niemand wird gezwungen ihn zu tragen. Und ich denke dadurch, dass diese kleine Geste inzwischen durch die Tragweite der Masse so überwältigend groß geworden ist steht sie auch gar nicht alleine mehr für eine einzelne Person, die momentan sehr krank ist. Vielmehr steht sie dafür, dass man sich bewusst macht wie vielen Menschen es schlecht geht. Wie gut es einem selbst geht. Zumindest würde ich mir das wünschen.

Warum ich das mache weiß ich selbst nicht. Es war nur eine kleine Idee. Der Gedanke jemandem eine Freude zu bereiten, weil es so einfach erschien. Weil ich Zeit und Lust dazu hatte. Wer mich im RL bereits kennengelernt hat, weiss dass das nicht ungewöhnlich ist. Weiss dass ich oft Freude bereite oder helfe wenn es mir möglich ist. Und dass ich keine Gegenleistung erwarte. Selbst Anerkennung ist überflüssig. Dafür tue ich das nicht. Ich tue es um jemand eine Freude zu machen. Denn dann fühle ich mich selbst gut. Egoistisch? Ja. Durch und durch!

 

Die Sache mit dem Regenbogen

Am Anfang war @dieBeastly. Nun zumindest in meiner TL. Sollte es anders gewesen sein nehme ich sachdienliche Hinweise gerne entgegen. Es gab ein paar Regenbogenavatare und den Aufruf sich anzuschließen. Da Frau Beastly ja nicht unbedingt _ununterbrochen_ durch Weichspültweets von sich reden macht, obwohl sie ein großes Herz hat, war meine Neugier geweckt. Ich beschloss kurzerhand ein wenig weiterzuscrollen in meiner TL und die Augen offen zu halten. Alsbald entdeckte ich im Zusammenhang mit den Regenbögen auch immer wieder einen Tweepnamen: @hamtydamti. Zwar waren Tweets von ihr schon früher immer mal wieder in meine TL gespült worden, gefolgt war ich ihr allerdings bis dato noch nicht.

Ein Blick in das Profil der »Geierfrau« und auf ihre letzten Tweets zeigte mir lediglich dass sie sich am 15.6.2012 aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend von Twitter verabschiedete.

Ich veranlasste daraufhin eine Suche auf Twitter – Stichworte waren Regenbogen und @hamtydamti. Es war noch gar nicht so viel Zeit verstrichen zwischen dem ersten Regenbogen-Tweet von Beastly und meiner Suche und trotzdem gab es wirklich zahlreiche Treffer. Und die meisten mit einem sehr ähnlichen Wortlaut: „Ein Regenbogen für @hamtydamti“. Und die Tweeps die dies schrieben hatten meist bereits einen Regenbogenavatar.

Und dann stieß ich plötzlich auf diesen Tweet von Beastly, der einen Link zu @hamtydamtis Blog enthielt, konkret; zum Blogeintrag „Was zählt, damit was bleibt?!“. Nach dem Lesen des Blogposts wusste ich immer noch nicht mehr darüber was genau mit Hamtydamti los ist, aber ich wusste zumindest dass sie jemand mit einem großen Herzen sein muss. Jemand, der offensichtlich viele Menschen berührt hat in diesem manchmal so hasserfüllten, neidischen, schnellebigen Internet. Ich las noch einige andere Blogeinträge von ihr und auch einige Tweets. Mir gefiel was sie schrieb. Und zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass es ihr gesundheitlich nicht gut geht. Und auch wenn ich sie nicht kenne, ihr bis zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal gefolgt war, entschloss ich mich dazu einen Regenbogen zu tragen. Denn schlussendlich geht es um Empathie und Großherzigkeit, um Menschlichkeit und Liebe, um Hoffnung und Mut. Die Welt kann ich nicht verändern. Ich kann auch nicht allen Menschen helfen denen es schlecht geht. Aber einen Regenbogen tragen als Geste des Mitgefühls, das kann ich.

Ob es nun an der Symbolkraft des Regenbogens selbst lag und daran wie _hübsch_ er im Ava aussieht, an der Person Hamtydamtis oder daran, dass viele Tweeps das Tragen des Regenbogens als Demonstration misverstanden, gegen die Ablehnung des Gesetzesentwurfs für die homosexuelle Ehe – egal. Fakt ist, kaum jemals hat auf Twitter etwas eine so durchschlagende Wirkung gehabt wie das Regenbogentragen im Ava. Und da diese Welt eine schnellebige ist – vor allem auf Twitter – habe ich gestern rasch die Avas eingesammelt, die ich fand und Collagen gebastelt. Es sind inzwischen zehn vollständige Collagen mit je 80 Avas geworden. Wer gerne noch Teil der Collage werden möchte schicke mir bitte eine Mention.

Übrigens gibt es auch eine Mailadresse für Grüße und Wünsche an Hamtydamti. Hier der entsprechende Hinweistweet von @IndigoDeLucca