Fade to Gray 1993-2000

Bei einem meiner zahlreichen Kir Besuche am Montag traf ich einen meiner Kommilitonen aus der Studienzeit wieder. Wir unterhielten uns angeregt und er lud mich zu einer Party in sein Studentenwohnheim ein. Ich ging hin und fortan im Studentenwohnheim ein und aus. Fast kein Tag verging, an dem ich nicht dort war. Wir kickerten, spielten Skat und Illuminati, guckten Filme, machten Party, gingen aus. „Sein Flur“ war ein Haufen toller Chaoten, die mir sehr schnell ans Herz wuchsen. Die meisten davon hörten „schwarze“ Musik und so schleppten sie mich mit zur Return Party, ins Zillo, ins Kir und zu zahlreichen anderen Gothic Events die es damals zu Hauf gab. Seufz. DAS waren noch Zeiten. Ich liebte diese Musik instant. Sisters of Murphy, Depeche Mode, The Eternal Afflict, Neuroticfish, The Cure, Anne Clark, Phillip Boa, Wolfsheim, Apoptygma Bezerk aber auch Nine Inch Nails, Oomph!, Subway to Sally, In Extremo usw.
In dieser Zeit, in diesem Studentenwohnheim lernte ich den Vater meiner Kinder kennen. Evtl hätte mich da schon stutzig machen sollen, dass sein musikalischer Horizont etwas unterentwickelt war. (Er mochte AC/DC und später Ace of Base und son Kram …) Als ich ihn kennenlernte, machte er gerade ein Praktikum in Deutschland und war auf dem Sprung zurück nach England, wo er noch ein weiteres Jahr studieren musste. Ich wartete tatsächlich auf Ihn, nach seiner Rückkehr zogen wir zusammen. Der Kontakt ins Studentenwohnheim und zu dem Haufen Chaoten schlich sich nach seiner Rückkehr langsam aus. Man wurde „erwachsen“, traf sich höchstens zum gemeinsamen Kochen und zu Spieleabenden. Konzerte, Parties, Musik, Ausgehen stand nur noch selten auf dem Programm. 1997 heirateten wir. 1998 kam unser Sohn zur Welt, 1999 unsere Tochter. Ich vermisste es sehr tanzen und zu Konzerten zu gehen, aber er hatte fast nie Lust und wenn ich alleine los wollte gab es jedes Mal Eifersuchtsdramen.