Nainablabla

Himmelherrschaftszeiten, WAS für ein Aufriss.

Vorab: ich hab lediglich eine halbe Std lang Meinungen zu @nainablabla im Netz gelesen, ich hätte vermutlich aber Lesestoff für 30 Std gehabt.

Hier ein paar meiner persönlichen, spontanen Gedanken dazu:

@nainablabla s Tweet ist prinzipiell gut, witzig und regt zum Nachdenken an. Man sollte ihn nicht zwingend wörtlich nehmen und schon gar nicht auf die Goldwaage legen. In Gedichtsinterpretationen wird ja auch nicht alles wortwörtlich genommen und wie wir wissen, haben wir ALLE Gedichtsinterpretationen in der Schule gelernt.

Ich interpretiere diesen Tweet so: schade dass wir in der Schule gefühlt mehr Unnützes lernen als Dinge die man später im Leben wirklich braucht.

Nun wird an allerlei Stellen im Netz u.a. wie folgt argumentiert: die Schüler haben es heutzutage so einfach … google erklärt alles … wenn man Gedichte interpretieren kann ist man schlau genug für Alltagsfragen … Alltagsfragen gehören nicht in die Schule … dafür sind die Eltern zuständig … das war überhaupt schon immer so … undsoweiter … undsofort …

Ich war tatsächlich schon immer schlau genug mir die Antworten auf Alltagsfragen aller Art zu erarbeiten, sogar schon bevor es das Internet gab. Schön für mich. Irgendwie vermute ich, dass es @nainablabla womöglich ähnlich geht, denn sie erscheint mir gar nicht blöd. Fakt ist aber dass es genug Menschen gibt, die durchaus etwas Nachhilfe in Alltagsfragen vertragen und in der Schule scheint mir sowas jetzt nicht gänzlich unangebracht?! Zu meiner Zeit gab es so etwas wie “Wirtschaft und Politik” noch nicht, jetzt schon. Meine Mutter gar lernte nur “rechnen, schreiben, handarbeiten und hauswirtschaften” in der Schule. Es ist also üblich dass sich Unterricht verändert, wenn der Bedarf besteht.

Ich verstehe den Tweet und finde den Ansatz mal darüber nachzudenken was heutzutage in Schulen vermittelt wird und was nicht absolut wünschenwert.

Die Tatsache dass so unfassbar viele sich jetzt dermassen das Maul zerreissen und versuchen ein 17-jähriges Mädchen fertig zu machen hab ich persönlich hübsch eingewickelt und in eine meiner Schubladen gelegt.
Sie trägt die Aufschrift: “vom Neid zerfressen, wa?”

“Gutbürgerlich”

Ich esse ja gerne variantenreich und mag vermutlich fast sämtliche Küchen dieser Welt. Spannende Kombinationen, unbekannte Gewürze und Zutaten. Je ausgefallener, umso besser. Und genau so koche ich auch oft. Meine Kinder haben sich mitunter schon beschwert “Mama, kannst du nicht mal normal kochen?”. Ich schaue dann mit großen Augen und frage mich was die unter “normal” verstehen. Ich vermute mal irgendwas, das man unter “gutbürgerlich” einordnen würde. Deftige, deutsche Küche. So wie halt meine Eltern noch fast ausschließlich gekocht haben. Kartoffeln, Spinat und Spiegelei. Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen. Eintopf. Hühnersuppe. Aber JA, sowas koche ich natürlich auch und ich mag es sehr. Halt nur nicht ausschließlich.

Wenn wir essen gehen gibt es allerdings immer “ausländisch”. Die Kids mögen amerikanisch (Burger), italienisch (Nudeln und Pizza) und Japanisch (Sushi). Uns würde nicht im Traum einfallen zu sagen: “heute gehen wir mal gutbürgerlich essen”. Aber wieso ist das eigentlich so? Zum einen liegt es bestimmt am mangelnden Angebot. Mir fallen ad hoc Restaurants jeglicher Couleur in allen Stadtgebieten Hamburgs ein, keines davon würde ich als “gutbürgerlich” bezeichnen. Ein paar arschteure Etablissements gibt es natürlich, die die deutsche Küche mit der nouvelle Cuisine verquirlen und deren Preise kaum für ein Familienessen des Mittelstands in Frage kommen. Ach ja und auf dem Land gibt es sowas natürlich auch noch. Günstige Gasthöfe, rustikal eingerichtet. Das Publikum kann vermutlich überwiegend mit eigenen Erfahrungsberichten aus dem Krieg aufwarten. Sorry, aber da fühl ich mich nicht wohl. Und ich möchte mich wohlfühlen wenn ich zum Essen ausgehe.

Was fehlt? Restaurants, die NICHT altbacken und abgeschmackt wirken aber TROTZDEM leckeres, bezahlbares, deftiges -nennen wir es von mir aus weiterhin “gutbürgerliches”- Essen anbieten. In Hamburg hab ich sowas noch nicht gefunden. Falls jemand sowas kennt bin ich absolut gewillt es auszuprobieren. Was ich aber definitiv bald ausprobieren werde und worauf ich mich sehr freue ist Muttis Futterstube in Berlin. Da sind wir nämlich ab und zu. Also in Berlin. (Allerdings viel zu selten.)

Die Futterstube wird 2015 eröffnen und ich kann es kaum erwarten. Ich kenne die großartige Person, die sich das Konzept ausgedacht hat und bewundere ihre Chuzpe (ja, googelt das ruhig). Ich hab mich nämlich nie getraut meinen beruflichen Traum zu verwirklichen und mich selbstständig zu machen und ziehe meinen Hut vor jedem der das wagt. Vor allem, wenn es um irgendwas mit Lebensmitteln geht. Sowas ist in Deutschland ja gar nicht so einfach bei den ganzen Vorschriften die man so einhalten muss. Seit über einem Jahr plant “Mutti” ihre Futterstube und ich habe regelmäßig mitbekommen wie viele Steine einem da so in den Weg geworfen werden. Trotzdem am Ball zu bleiben, sich nicht unterkriegen zu lassen, mit den ganzen Randerscheinungen einer Selbstständigkeit klarzukommen erfordert Leidenschaft, Durchhaltevermögen, Mut und Rückhalt. Offensichtlich hat sie das alles und die Eröffnung steht quasi vor der Tür. Es gilt allerdings noch eine weitere Hürde zu nehmen; die Finanzierung, die es u.a. ermöglicht die Räumlichkeiten anzumieten und auch einzurichten.

Ist es da nicht wunderbar, dass man heutzutage abgesehen vom Gang zur Bank noch andere Möglichkeiten hat? Crowdfunding ist eine der schönsten Errungenschaften des Internets. Eine Menge von Leuten (Crowd) unterstützt finanziell (to fund) die Verwirklichung einer Idee. Ich habe schon einige Crowdfunding Projekte unterstützt und finde das Konzept absolut großartig. Es gibt da ja verschiedene Vorgehensweisen; das Projekt kommt NICHT zustande wenn nicht genügend Unterstützer gefunden werden oder das Projekt kommt AUF JEDEN FALL zustande, muss aber halt weniger über einschlägige Kreditinstitute finanzieren. Da “Mutti” auf jeden Fall eröffnen will und wird hat sie natürlich Letzteres gewählt und das könnt ihr, wenn ihr möchtet hier unterstützen. Dabei ist völlig egal ob ihr 5€ oder mehr spendet – Kleinvieh macht eben auch immer Mist.

Ich weiß dass “Mutti” für jede noch so kleine Spende dankbar ist und ich weiß auch dass sie es verdient. Sie hat nämlich ein großes Herz, ist absolut integer und läßt sich nicht unterkriegen. Ich mag solche Menschen und es gibt viel zu wenige davon.

Falls ihr selbst nicht spenden wollt oder könnt, verbreitet doch bitte wenigstens diesen Text. Oder einfach den Link zum Projekt. Vielleicht kennt ihr ja jemanden, der jemanden kennt, der …

1000 Dank!

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Lockangebote sind vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Ich rege mich trotzdem immer wieder gerne und in schönster Regelmäßigkeit darüber auf.

Heute bin ich mal wieder über etwas gestolpert, das ich hier mal exemplarisch durchrechnen möchte:

Es geht um ein Angebot aus dem Jacobs Treueprogramm. In diesem kann man für bestimmte Jacobs Produkte Treupunkte sammeln, in meinem Fall sind das Tassimo Kapseln. Pro Packung bekommt man zwischen 2 und 6 Treupunkte gutgeschrieben. Im Prämienkatalog kann man hierfür unter anderem Folgendes bekommen:

2 Nächte im Doppelzimmer für nur 29€ und 20 Treupunkte – klingt super oder?

Im Kleingedruckten steht dann, dass man zwingend Frühstück UND Abendessen im gewählten Hotel mitbuchen muss, die Preise hierfür sind online abrufbar.

Ich hab das spasseshalber mal für ein schnuckeliges Hotel in Potsdam ausgerechnet:

Pro Person und Nacht sind 71,50€ fällig, ergibt 286€
Hinzu kommen die 29€ für die Prämie, ergibt 315€

Man zahlt also für ein Wochenende 315€ von dem man auf den ersten Blick glaubt man bekäme es SPOTTBILLIG!
Doch damit nicht genug. Bucht man das Hotel direkt, zahlt man für 2 Nächte im Doppelzimmer 278€ inkl. Frühstück

Okay, immerhin hat man an zwei Abenden Abendessen für 2 Personen mit drin, aber – ich denke man kann für 20€ p.P. durchaus Abends essen (Getränke sind bei allen Kalkulationen aussen vor, die gehen immer extra), zahlt also 80€

Rechnet man also die direkte Buchung: 278€ inkl. Frühstück zzgl. 80€ für Abendessen zusammen kommt man auf 358€

Für die Buchung über das Prämiensystem sind nur 315€ fällig, man spart also 43€ bzw. 12%

ALSO WENN DAS KEIN UNSCHALGBAR GÜNSTIGES ANGEBOT IST – GLEICH MAL BUCHEN!

Elfia Haarzuilens – ein Reisebericht

Über die Seite eines Fotografen der auch oft Fotos von Festivals macht, auf denen ich mich gerne rumtreibe, stieß ich im vergangenen Jahr auf eine niederländische Veranstaltung namens “Elfia”. Sie findet schon seit einigen Jahren und inzwischen sogar zwei mal pro Jahr statt. Die Frühjahrsedition ist auf dem Gelände des Schlosses de Haar bei Utrecht, die Herbstausgabe im Schlossgarten Arcen, unweit des Ruhrgebietes. Die Fotos sahen so vielversprechend aus dass ich unbedingt hin wollte!

Wir buchten also ein Hotel und reisten schon Freitag Abend an um ab Samstag frisch auf dem Event erscheinen zu können. Zuvor lieh ich mir noch ganz spontan für das Wochenende ein EF 70-200 f/2.8 Zoom-Objektiv bei Calumet aus.

Wir hatten ein Drei-Tages-Pass über das Internet gebucht, aber da wir erst recht kurzfristig wußten, ob wir es tatsächlich schaffen würden hinzufahren, hatte ich die Tickets erst in der Woche vor dem Event gebucht. Sie kosten 55€ pro Erwachsener und beinhalten lediglich den Eintritt. (Je früher man die Tickets kauft um so günstiger sind sie!) Für den Parkplatz muss man dann zusätzlich noch 5€ pro Tag zahlen und wild parken geht auch absolut nicht. Es scheint aber regelmäßige Shuttle Busse nach Utrecht zu geben, ob die im Preis enthalten sind, kann ich allerdings nicht sagen.

Angekommen auf dem RIESIGEN Parkplatz sahen wir schon überall verkleidete Menschen aber auch einige Unverkleidete. Der Weg vom Parkplatz zum Gelände ist nicht allzu weit und der Einlass findet absolut zügig statt. 3-Tages-Passinhaber bekommen ganz am Anfang ein “Festivalbändchen” und können dann jederzeit ohne Anstehen rein und raus.

Das Veranstaltungsgelände ist ebenfalls RIESIG und abwechslungsreich gegliedert. Es gibt zahlreiche Stände mit Waren, die man üblicherweise auch auf anderen Festivals bzw. Mittelaltermärkten findet. Das Essen ist wirklich vielschichtig und die Preise dafür sind ok. Natürlich ist eine Wurst beim Grillstand vor dem Baumarkt im Vergleich günstiger, aber ich habe auf ähnlichen Veranstaltungen schon deutlich schlechter und/oder teurer gegessen. Zu den üblichen Klamotten-, Schmuck-, Essens-, Trinken- und Gedöns-Ständen, die in erster Linie Mittelalter-/Gothic-/Fantasykundschaft bedienen gesellen sich hier auch noch zahlreiche Stände mit Literatur. Das gesamt Angebot ist wie schon erwähnt ausgewogen, oftmals ungewöhnlich, überwiegend hochwertig und verteilt sich angenehm über das ganze Gelände. Dazwischen gibt es immer wieder auflockernde Veranstaltungsplätze. Zwei Bühnen, ein Quidditchfeld, einige Larpkampfschauplätze, Heerlager, Steampunklager und vieles mehr. Der Schlossgarten ist wunderschön angelegt, mit Wiesen, Wasser, Mauern, Türmchen, Wald etc., man hat fast überall einen tollen Hintergrund für Fotos.

Interessanter Weise ist die Veranstaltung schätzungsweise von 95% Niederländern besucht. Und der überwiegende Teil der Anwesenden ist tatsächlich irgendwie kostümiert. Es ist völlig unmöglich hier auch nur annähernd beschreiben zu wollen wie viele verschiedene Kostüme es gibt. Grob geschätzt: es gibt nichts was es nicht gibt und wenn ihr euch irgendwas so überhaupt nicht vorstellen könnt – das gibt es auch! Die Niederländer haben scheinbar alle einen ausgeprägten Kostümfetisch mit extremem Hang zum Exhibitionismus. Ich habe selten so viel kreatives Volk auf einem Haufen gesehen. Man weiß manchmal gar nicht wo man zuerst hingucken soll. Dass die auffälligsten/schönsten Kostümierten keine 3 Schritte gehen können ohne bewundert und fotografiert zu werden gehört wohl zum Spaß dazu. Alle posen und lächeln und machen Quatsch und geben bereitwillig Auskunft über ihr Kostüm.

Was wir in den drei Tagen nur am Rande mitbekommen haben waren die Veranstaltungen, die an allen drei Tagen, oftmals wiederholt, über den ganzen Tag verteilt an verschiedenen Orten statt finden. Wir haben uns einfach treiben lassen und waren schließlich zufällig bei der Bühne als ein Tanzworkshop startete, und in der Nähe als die Faze3 Parade, die Steampunkparade, das Quidditchtraining, das Larp Battle statt fand. Darüber hinaus gab es wohl noch Lesungen, Kreativworkshops, Kostümprämierungen, Konzerte etc.

Ich war am Ende des Festivals vielleicht ein kleines bisschen neidisch auf die beiden WUNDERBAREN Trolle, die fast die ganze Zeit (alle drei Tage) nur in einer der Hauptalleen unter einem Baum lagen und ganz entspannt dem Treiben zuschauten – wir mussten statt dessen ja ALLES sehen, hin- und herwandern, fotografieren, uns unterhalten, Spaß haben – es war SO anstrengend …

Wann darf ich wieder hin?

Ach ja, Arcen, 20.-21.9.14

Gleich mal ein Hotel buchen.

P.S.: Ich habe 2475 Fotos gemacht. Es kann ein paar Tage dauern bis ich die aussortiert habe. Aber dann werden sie auf meiner Facebookseite erscheinen.
P.P.S.: Das doofe Zoomobjektiv ist auf Dauer gar nicht so schwer wie ich befürchtet hatte und jetzt will ich eins. Mimimi.

Der politische Pranger

Politikkritik auf Twitter nervt mich nicht nur, sie macht mich aggressiv. Es ist nämlich überwiegend pseudolustiges, hohles Gefasel. „… wir werden dann wohl einfach Stop-Schilder in Afghanistan aufstellen und schon ist der Krieg vorbei …“ haha ha. 

Wie viele von denen, die so große Töne spucken und sich lustig machen wissen denn wirklich Bescheid über die Lebensläufe und Hintergründe der neubesetzten Minister? Wie viele haben schon mal versucht eine extrem heterogene Masse unter einen Hut zu bekommen? Wie viele haben schon mal versucht Regeln und Strukturen aufzustellen? Gelder einzusetzen und Haushalte zu planen? Die meisten sehen vermutlich nur ihren eingeschränkten, persönlichen Interessenbereich. “Wenn die Regierung es nicht schafft, das Strassennetz instand zu halten, taugt sie nichts.” Das „Strassennetz“ ist in diesem Fall übrigens beliebig austauschbar gegen alle möglichen Interessen des mündigen Bürgers. 

Mein Freundeskreis bspw. ist ebenfalls ziemlich heterogen. Ich stelle mir gerade so vor, ich würde alle um mich versammeln, 10.000€ und zwei Wochen Zeit in die Hand nehmen und wir dürften damit tun was wir wollen. Wir müssten uns nur einigen und das Geld nicht einfach behalten … 

Ich war einige Jahre in einem Sportverein auf dem Dorf im Vorstand. Das ist ein bisschen wie Politik für die Hosentasche. Wenn man so etwas mal selbst erlebt hat, wird man deutlich realistischer. Vor allem weil man lernt, dass es zu jedem Vorschlag und jeder Änderung locker 7 unterschiedliche Meinungen gibt. 

Versteht mich nicht falsch, ich würde mir definitiv auch wünschen, dass in unserem Land einiges anders wäre. Allem voran z.B. die Beschulungssituation. Aber aus Scheisse kann man über Nacht nun mal kein Gold machen, auch wenn gewisse Alchimisten das seit Jahrhunderten versuchen. Ich maße mir allerdings nicht an beurteilen zu können was so alles zu beachten ist in einer Schulpolitik. In den vergangenen Jahren wurden einige Vorgehensweisen ausprobiert, einiges verändert und nicht alles davon erschien im Nachhinein als sinnvoll. Aber mal ehrlich; neue Wege zu gehen war nötig, der Wille war da. Leidtragend sind in diesem Fall meine Kinder, die diese Veränderungen zur ungünstigsten Zeit erlebten. Aber selbst ich hielt einige Veränderungen auf dem Papier für sinnvoll und durchführbar und musste erst mittendrin feststellen, dass ich mich da wohl getäuscht hatte. 

Politik ist eben leider auch oft “Trial and Error”, nur dass im schlimmsten Fall Menschen darunter leiden müssen. Das war übrigens schon immer so. Seit Menschen in Gruppen zusammenleben, werden verschiedene Strukturen ausprobiert und auf Durchführbarkeit getestet. Ich bin ganz froh, dass ich das Glück habe in einer Demokratie zu leben und nicht im Kommunismus oder einer Monarchie. 

Ich habe überhaupt nichts gegen Meinungsfreiheit oder Kritik. Am besten natürlich konstruktive Kritik (aber dazu muss man ja auch erst mal die nötige Hirnmasse mitbringen). Ich habe allerdings viel gegen Mobbing, Hetze, Tatsachenverdrehung und Meinungsmache. 

Alberne Witze über Menschen des öffentlichen Interesses haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung. Satire ist toll, vor allem wenn sie intelligent gemacht ist. Aber stellt euch mal vor, die breite Masse aller Medien wäre nurmehr Satire!? Die sozialen Netzwerke verkommen in meinen Augen mehr und mehr zu einem Sprachrohr in dem sich über alles und jedes lustig gemacht wird. Oder alternativ wird geprangert. Immer drauf. 

Ich hoffe das ist nur eine Phase.

Photo Apps

Heute wurde ich gebeten Photo Apps für das iPhone zu empfehlen und mein erster Gedanke war „ach du heilige Scheisse“ … 

Eine Photo App zu empfehlen ist in etwa so „einfach“ wie ein Spiel zu empfehlen. Die Geschmäcker sind so dermaßen unterschiedlich in Bezug auf Inhalt, Optik, Steuerung etc. und es gibt so viele und jede Woche kommen gefühlt tausende dazu. 

Ich habe hunderte von Spielen und auch Photo Apps irgendwann geladen und ausprobiert. Meist tue ich das, wenn sie zufällig gerade kostenlos oder zumindest sehr reduziert sind. Oder wenn es eine Lite Version zum Testen gibt. Gefällt mir die Lite Version gebe ich gerne mal ein paar Euro für eine Vollversion aus.

So lautet eigentlich auch mein erster Tipp: installiert eine der zahlreichen Apps die auflisten wie die Preisentwicklung der verschiedenen Apps verläuft. Z.B.: Appsfire, Appsgonefree oder Appticker (das sind die die ich selbst seit längerem nutze) und schaut dort nach Angeboten. 

Bei Appsfire bspw. kann man sich anzeigen lassen: alle Photoapps die kostenlos sind bzw. alle Photoapps die reduziert sind. Sehr praktisch um ab und zu mal etwas Neues auszuprobieren.

Apropos etwas Neues … es entzieht sich ehrlich gesagt meinem Verständnis warum man auch noch die tausendste „Filterapp“ entwickeln muss und die fünfhunderste “Color Key App” und die millionste „Collagenapp”, aber hey … schließlich gibt es ja auch unendlich viele „Match3“-Spiele. Als User ist man allerdings schlichtweg erschlagen von der Fülle an Apps alleine in der Rubrik Foto und Video. Vielleicht kann ich hier ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Wie der aufmerksame Leser vielleicht bemerkt hat, unterteile ich Photoapps in unterschiedliche Kategorien. Und das aus gutem Grund. Die meisten Apps sind spezialisiert auf EINE Funktion. Also ENTWEDER Filter drüber legen ODER retuschieren ODER Collagen basteln ODER … ODER … ODER … manche kombinieren aber immerhin zwei bis drei Funktionen. Eine Eierlegende Wollmilchsau ist mir persönlich noch nicht untergekommen, falls jemand eine kennt; ich bin immer offen für Tipps.

Und nun möchte ich tatsächlich konkret einige Apps empfehlen, die ich nicht nach dem Ausprobieren sofort wieder ins Nirvana verbannt habe: 

PhotoWizard – uralt! (2009?) und solide und günstig. Macht fast alle notwendigen Retusche Bearbeitungen (inkl. einiger Filter) und kann sogar Masken und Layer. (Auf dem iPhone ne Maske anzulegen ist allerdings nichts für Grobmotoriker!) Ich bin die Software seit Jahren gewohnt und hab nie dauerhaft zu einer anderen gewechselt. Gibt es als Gratis Testversion, kostet sonst 0,89€ für iPhone und 2,69€ für iPad als HD.

Snapseed – ähnlich wie die vorherige aber deutlich stylischer und vor allem sehr viel bekannter! Die Bedienung ist innovativ und imho absolut sinnvoll! (Wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat.) Hat eine hervorragende Erklärfunktion. Kann allerdings keine Masken und Layer. Gibt es derzeit mal wieder kostenlos! 

Alternativ gibt es natürlich Adobe Photoshop Touch für iPhone 4,49€ bzw. iPad 8,99€, das wirklich ziemliche Ähnlichkeit mit Photoshop am Desktop hat. Die Wahrscheinlichkeit dass man alle Möglichkeiten, die es bietet, am Mobilgerät auch benutzt ohne sich die Finger zu brechen, halte ich allerdings für ziemlich gering. Es gibt keine Testversion. Adobe Photoshop EXPRESS hingegen ist was völlig anderes und taugt gar nichts!

PhotoFunia – witzig! Nicht mehr und nicht weniger. Aber irgendwie niedlich. Man kann ein ausgewähltes Foto aufpeppen als Strassenposter, Museumsbild, Briefmarke und mehr. Ist kostenlos. Und irgendwie niedlich. (Und ebenfalls uralt xD)

My Sketch – macht aus Fotos Zeichnungen und das macht es absolut hervorragend. Kostet derzeit 1,79€ ist aber hin und wieder kostenlos erhältlich. Das selbe gilt übrigens auch für SketchMee. Lediglich die Bedienung dieser beiden Programme ist etwas unterschiedlich. Für SketchMee gibt es eine Lite Version und eine alternative Version Namens PaintMee.

Pixlr-o-matic – eine mächtige Filter App, intuitiv und optisch ansprechend, kostenlos aber mit InApp Käufen. Wer einen Blick vorab werfen möchte: Gibt es sogar als Browser Version 

Die Firma JixiPix hat für jede Filterart gleich eine eigene App entwickelt (andere machen das ja einfach per InApp Käufen) – hat aber den Vorteil, dass hin und wieder mal etwas davon kostenlos zu haben ist. Es gibt teilweise ungewöhnliche Filter mit guten Anpassungsmöglichkeiten.

Pierre Gougelet hat auch ein paar schöne Filter Apps am Start, die oft günstig zu haben sind!

Wer lieber alle Filter in einer App hat, sollte zu FX Photo Studio greifen. Die wohl umfangreichste Filtersammlung (inkl. InApp Käufen), die auch über einfache Bildbearbeitungstools verfügt und Effekte komfortabel nur auf Teile des Bildes anwenden kann (masking).

Repix hingegen verfolgt einen schönen Ansatz damit, dass die Filter auf das Foto gemalt werden. Darüberhinaus gibt es einige weitere Anpassungsmöglichkeiten. Die App ist kostenlos, es gibt aber InApp Käufe. Es lohnt sich mal einen Blick darauf zu werfen!

Wer besonders Bokeh Effekte mag möge im Appstore einfach mal nach Bokeh suchen. Es gibt wahnsinnig viele Apps, sie unterscheiden sich nicht so großartig und irgend etwas ist immer gerade im Angebot. Besonders empfehlen möchte ich an dieser Stelle keine. Einige der vorgenannten Apps haben zum Teil aber auch schon etwas Bokeh an Board. 

Meine LieblingscollagenApp heisst Frame Artist. Sie verfügt über hervorragende Anpassungsmöglichkeiten, habe bisher noch nichts gefunden das genau so viel bot und so komfortabel war. Die Testversion gibt es gratis, die Vollversion derzeit für 1,79€.

Photo Hive ist eine witzige und kostenlose Collagenapp Ergänzung, da die Collagen hier aus Sechsecken gebildet werden.

Wer auf ausgefallenere Photospielereien steht dem sei an dieser Stelle noch ein Blick auf Split Clone oder Photo Slice empfohlen.

Ich hoffe ich hab nicht zu viel empfohlen, es ist alles verständlich und ich habe nichts Elementares vergessen. Sonst schreibt mir einfach einen Kommentar! 

Viel Spaß beim ausprobieren.

Silberdrahtnamensschilder

Wisst ihr noch früher? So in den Achtzigern? Diese seltsamen Gestalten, die am Strassenrand für ein paar D-Mark Namen aus Silberdraht gebogen haben? Ich war damals ungefähr 12, dachte mir – das kannst du ja wohl auch und bog die ersten Namen aus Blumendraht mit einer Schere. Die Eltern erkannten glücklicherweise mein Talent und statteten mich zeitnah mit hübschem Silberdraht und einer Drahtbiegezange (die ich bis heute dafür verwende) aus. 
Ich bog einige Zeit lang für Freunde und Bekannte Namen, driftete dann aber eher ab in andere Schmuckarbeiten mit Perlen und so.
Bei Tweetups fand ich die „Namensschilder“ aus Tesakrepp und Edding schon immer doof also bog ich mir lieber eins aus Draht. Und für meinen Freund auch. Und ein paar befreundete Twitterer. Und ein ganzes Tweetup. 
Inzwischen heisse ich auf Twitter auch gerne mal „die mit den coolen Namensschildern“.
Die Nachfragen häufen sich und ich habe mich entschlossen das mal ganz offiziell anzubieten.
Jeder der eines haben möchte, sendet 2€ via paypal an sintaura@gmail.com
Im Betreff bitte angeben was gebogen werden soll. Gerne biege ich auch „nicht-Twitternamen”. Den Koellesterinern würde ich die Namen einfach mitbringen. Wer es zugeschickt haben möchte, schickt mir bitte 0,58€ mehr und schreibt seine Anschrift mit dazu.
Solltet ihr gleich mehrere bestellen wollen, kostet das natürlich nur einmal Porto!
Die Namen sind aus 0,8 – 1mm dickem Silberdraht und ziemlich stabil. Sie werden üblicherweise ähnlich wie eine Sicherheitsnadel durch Stoff gesteckt und am Ende eingehakt. Da der Draht recht dick ist, kann in sehr feinen Stoffen ein winziges Löchlein zurück bleiben. Für Hemdträger empfiehlt sich eine Knopfvariante, die über einem der Knöpfe eingehakt wird und auch recht gut hält. Gebt bitte an, ob ihr Nadel oder Knopfvariante wollt.